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Sonntag, 12. Februar 2017

Rezension: Red Queen von Victoria Aveyard

Autorin: Victoria Aveyard
Sprache: englisch  (dt.: die rote Königin)
Seitenzahl: 383 Seiten
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Harper Teen

Klappentext:
This is a world divided by blood - Red or Silver.
The Reds are commoners, ruled by a Silver elite in possession of god-like superpowers. And to seventeen-year-old Mare, a Red girl vom poverty-stricken Stilts, it seems like nothing will ever change.
But Mare possesses a deadly power of her own. One that threatens to destroy the balance of power.
Fearful of her potential, the Silvers hide Mare in plain view, declaring her a long-los Silver princess. Knowing that one false move will mean her death, Mar must use her new position to bring down the regime - from the inside.
Now Mare has entered a game of betrayal and lies.

Meine Meinung:
Zwar gibt es noch den ein oder anderen Kritikpunkt zu bemängeln, aber meiner Meinung nach hat Victioria Aveyard mit "Red Queen" einen gelungenen Einstieg in ihre neue Reihe abgeliefert.

Mare, die Tochter roter Eltern aus den verarmten Stilts "verdient" ihr Geld als Taschendiebin auf der Straße. Eines Abends ist sie jedoch nicht vorsichtig genug und wird vom Träger der Tasche erwischt. Es stellt sich heraus, dass dieser nicht nur irgendein wohlhabender Silver ist, sondern der Prinz ihres Landes. Anstatt sie enthaupten zu lassen, empfindet er Mitleid und verschafft ihr einen Job als Kellnerin am Hof. Durch einen unglücklichen Zufall wird klar, das Mare keine normale Rote ist; sie hat Fähigkeiten, zu denen eigentlich nur die silbern blutenden fähig sein sollten...

Die Geschichte hatte mich von Anfang an gefesselt. Die Handlungsstränge sind wahnsinnig clever und heben sich so meiner Meinung nach von vielen anderen, eher einfallslosen Jugendromanen ab. Man kann es vielleicht gut als eine Mischung aus The Selection von Kiera Cass und die Tribute von Panem von Suzanne Collins beschreiben. Allein die "romantischen" Szenen ließen mich etwas unglücklich zurück. Irgendwie sprühten da noch nirgends so richtig die Funken...

Zu den Charakteren hatte ich anfangs eher gemischte Gefühle. Noch bevor Mare an den Hof kommt ist sie wahnsinnig pessimistisch und eine richtige Schwarzmalerin. Über nichts kann sie sich freuen, nichts ist gut, die ganze Welt ist kacke. So wahr das in der Situation, in der Mare sich befindet, sein mag, aber dem Leser daher fünfzig mal das gleiche vorzuheulen ist leider eher nervig, als verdeutlichend. Im Laufe des Buches ändert sich Mare glücklicherweise aber und ihr Charakter wird stärker, entschlossener und somit sehr viel sympathischer.

Der Schreibstil von Victoria Aveyard ist sehr angenehm zu lesen.
Besonders daran gefallen haben mir die Dialoge. Diese fühlen sich sehr realistisch an und ließen so die Handlung viel lebendiger wirken.

Fazit:
Eine clevere Handlung, viel Action, Romantik und ein unvorhersehbares Ende. All das ist in Aveyards Red Queen vorhanden. Jeder der The Selection und die Tribute von Panem mochte, sollte sich auch an diesen Roman heran wagen.
Red Queen bekommt von mir
4/5 Sternen





Dienstag, 31. Januar 2017

Rezension: A Court of Thorns and Roses von Sarah. J. Maas

Autorin: Sarah J. Maas
Sprache: englisch
Seitenzahl: 416
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Bloomsbury

Klappentext:
Feyre is a huntress.
She thinks nothing of slaughtering a wolf to capture its prey. But, like all mortals, she fears what lingers mercilessly beyond the forest. And she will learn that taking the life of a magical creature comes at a high price...
Imprisoned in an enchanted court in her enemy's kingdom, Feyre is free to roam but forbidden to escape. Her captor's body bears the scars of fighting, and his face is always masked - but his piercing stare draws her ever closer. As Feyre's feelings for Tamlin begin to burn through every warning she's been told about his kind, an ancient, wicked shadow grows.

Meine Meinung:
Viele kennen (und lieben) Sarah J. Maas schon von ihrer "Throne of Glass" Reihe. Der erste Teil davon hat mich persönlich allerdings nicht vom Hocker gehauen, weshalb ich etwas skeptisch war was A Court of Thorns and Roses anbelangt. Aber wie so oft konnte ich mich den Empfehlungen der Blogger-Sphäre nicht entziehen - und dieses mal hat sich das gelohnt.

Die Welt in ACOTAR ist unterteilt in zwei Reiche. Das Reich der Sterblichen südlich der Mauer und das Reich der magischen Faeries im Norden.
Feyre, eine junge Jägerin, trifft bei ihrer Jagd auf einen Wolf, dessen Leben sie nimmt um an seine Beute zu kommen. Doch schnell bemerkt sie, dass es kein normaler Wolf war; es war eine der monströsen High Fae, die durch Magie ihr Äußeres verändert hat. Als Vergeltung für den Tod der Faerie muss Feyre sich von ihrer Familie trennen und wird an den Hof des Frühlingskönig gebracht.
Dort wird ihr klar, dass nicht all die Schauergeschichten über die Bewohner der nördlichen Seite der Mauer wahr sind...

Die Story von ACOTAR war zu Beginn erst einmal etwas schleppend, um nicht zu sagen sogar langweilig. Die Story wird aufgebaut, Situationen erklärt und Charakter vorgestellt, aber so richtig mögen die Geschehnisse noch nicht ins Rollen kommen. Erst ab Seite 200 nimmt das Buch an Tempo auf. Ab dann wird es dafür aber auch umso spannender. Die Ereignisse überschlagen sich und die Emotionen im Leser kochen so richtig hoch.

Das liegt natürlich nicht zu guter Letzt am wunderbaren Schreibstil, den Sarah J. Maas inne hat. Das Buch lässt sich wunderbar flüssig lesen, was bei Fantasy in einer fremden Sprache nicht immer ganz einfach zu erreichen ist. Maas setzt Details gezielt ein um Bilder und Emotionen im Kopf des Lesers entstehen zu lassen, worin sie wirklich eine Meisterin ist. Es schreibt einfach niemand Romantik (und Erotik) wie sie! Da sie häufig Vergleiche und Metaphern benutzt wirken einige Passagen sogar regelrecht poetisch.

"I was unburdened as a piece of dandelion fluff, and he was the wind that stirred me about the world"

Ist das nicht wahnsinnig schön geschrieben? Da sehe ich auch gerne darüber hinweg, dass einige Begriffe unnötig oft wiederholt werden.

Mit Feyre erschafft die Autorin eine sehr starke und tiefgehende Protagonistin, die sichtlich durch ihre Vergangenheit geprägt ist und das tut, was sie tun muss um für sich und ihre Familie zu sorgen. Von Anfang an konnte ich mich wunderbar in ihren Charakter einfühlen, habe sie sogar richtig verstanden, weshalb sie mir umso sympathischer war.
Ich fand es daher etwas schade, dass dieser kämpferische Charakterzug durch die Präsens der High Fae verändert wurde. So war ich mir teilweise nicht mehr ganz so im klaren, was ich von ihr halten sollte. Da diese Veränderung allerdings durchaus nachvollziehbar ist, hat es der Lesequalität keinen Abbruch getan.

Auch die restlichen Charakter empfand ich als tiefgehend beschrieben und nicht etwa nur oberflächlich behandelt. Das Buch bekommt dadurch eine gewisse Dynamik, die mein Interesse gehalten hat.
Insbesondere den männlichen Hauptcharakter Tamlin hab ich in mein Herz geschlossen (wenn es auch die ein oder andere problematische Szene mit ihm gab). Außerdem freue ich mich im zweiten Teil darauf mehr über den mysteriösen Rhysand zu erfahren...und vor allem warum ihn alle anderen Blogger so zu mögen scheinen.

Fazit:
Trotz dem langsamen Einstieg in die Geschichte konnte der weitere Verlauf mich von sich überzeugen und so war es schwierig das Buch überhaupt noch aus den Händen zu legen. A Court of Thorns and Roses ist eine wunderbare Mischung aus Abenteuer, Brutalität und Kampf ums überleben,  aber auch Romantik und Liebe, die einem zwischenzeitlich den Atem raubt.
Daher bekommt es von mir:

4/5 Sternen





Freitag, 13. Januar 2017

Rezension: Liberty 9 - Sicherheitszone von Rainer M. Schröder


Autor: Rainer M. Schröder
Erscheinungsjahr: 2012
Sprache: deutsch
Seitenzahl: 496
Verlag: cbj Verlag


Klappentext: (Achtung! Selbst dieser enthält Spoiler)
Die Sicherheit von Liberty 9, dem von undurchdringlichen Schutzanlagen umgebenen Tal, ist Kendiras Zuhause. Sie genießt ihr Leben in der beeindruckenden Lichtburg, die hochkonzentrierten computeranimierten Trainings für Körper und Geist, die sie täglich absolviert. Und sie ist der überzeugung davon, für einen höheren Zweck ausgebildet zu werden. Ohne Dante, den Grübler und Zweifler, hätte sie all das nie infrage gestellt. Aber Dantes Zweifel kommen der Wahrheit auf die Spur. Schneller, als sie gedacht hätten, sind Dante und Kendira in Lebensgefahr. Und auf der Flucht - in eine Außenwelt, die sie noch nie gesehen haben. 

Meine Meinung: 
Liberty 9 ist für mich einer dieser literarischen Fällen, wobei subjektive und objektive Meinung irgendwie im Clinch liegen.
Objektiv gesehen war es wohl nicht das beste Buch, das je veröffentlicht wurde, subjektiv hat es mich aber doch gut unterhalten.

Aber von Anfang an: Liberty 9 ist eine Sicherheitszone, in der die ausgewählten Electoren für ihre Zukunft als treu ergebene Diener der erhabenen Macht vorbereitet werden.
Das ganze Szenario hatte etwas Sektenmäßiges, mit seinen morgendlichen Treffen in denen die erhabene Macht gepriesen wird, den unterschiedlichen Rängen der Electoren und den Roben, die die Bewohner von Liberty 9 tragen.

Die Story ist nicht sonderlich aufregend. Wir folgen Kendira in ihrem alltäglichen Leben als Elector, das sich hauptsächlich um ihren Unterricht, virtuelle "Abenteuer" in der "tube" und nächtliche Saufgelage ihrer Freundesgruppe dreht. Als sie jedoch den unter sich gestellten Servanten Dante kennen lernt erfährt sie, dass Liberty 9 nicht das ist was es zu sein scheint. Diese anfängliche Naivität ist nicht gerade unbekannt in Dystopien und zeugt nur von der Unoriginalität des Autors.
Ach und übrigens, die typische Dreiecksbeziehung, die ja offensichtlich in keinen dystopischen Jugendroman fehlen darf, ist hier ebenfalls vertreten.
Zusätzlich finde ich es schade, dass man nicht mehr über die Vergangenheit erfährt. Es wird immer wieder erwähnt, dass es einen Krieg gab, der die Sicherheitszonen nötig machte, doch mehr als das wird dem Leser nicht erklärt.

Die Charakter waren glaubwürdig, wenn auch recht oberflächlich. Wie schon erwähnt fällt Kendira erst dann auf, dass sie manipuliert wird, als es ihr ein anderer aufzeigt. Dieses naive Denken, in das sie immer wieder zurück fällt kann von Zeit zu Zeit doch etwas anstrengend sein. Auch den anderen Charakter im Roman wird nicht auf den Zahn gefühlt und so hat man eine recht stereotypische Beschreibung von Personen wie z.B. der etwas dümmliche Sportler, die Oberzicke, die beste Freundin usw.

Auch der Schreibstil kann in diesem Fall nicht all zu viel retten. Detailierte Beschreibungen sind ja schön und gut, doch Schröder verliert sich hier manchmal und beschreibt wirklich alles; leider auch das was den Leser überhaupt nicht im Tiefgang interessiert. Außerdem sind die Seiten durchzogen von Anglizismen, die sehr gut auch durch deutsche Begriffe hätten ersetzt werden können. Höchstwahrscheinlich war es ein Versuch in "der Sprache der jungen Leute" zu schreiben.

Und trotzdem wollte ich auf wunderliche Art und Weise wissen, wie es weiter geht und hatte das Buch auch recht schnell fertig gelesen.

Fazit:
Direkt nachdem ich Liberty 9 fertig gelesen hatte war ich recht begeistert von dem Buch. Doch je länger ich über Plot und Charakterdesign nachdenke, desto weiter sinkt meine endgültige Bewertung. Daher erhält Liberty 9 von mir


2.5/5 Sternen



Mittwoch, 4. Januar 2017

Rezension: Blue Lily, Lily Blue von Maggie Stiefvater


Autorin: Maggie Stiefvater

Sprache: englisch
Seiten: 416
Erscheinungsjahr: Oktober 2014
Verlag: Scholastic Press
Genre: YA, Fantasy

Klappentext:
Blue Sargent has found things. For the first time in her life, she has friends she can trust, a group to which she can belong. The Raven Boys have taken her in as one of their own. Their problems have become hers, and her problems have become theirs. The trick with found things, though, is how easily they can be lost. 

Meine Meinung:
Mann oh man war das eine Achterbahnfahrt. Maggie Stiefvater versteht sich einfach darauf, ihre Leser in den Bann zu ziehen. Doch leider muss ich sagen, dass sie dieses mal etwas schwächelte.

Blue lily, lily blue beginnt dort, wo the dream thieves aufgehört hat: Der Sommer ist vorüber, die Jungs gehen wieder in die Schule und Blues Mutter Maura ist immernoch verschwunden. Neben der Sorge um ihre Mutter bedrückt Blue auch noch das Wissen, dass Gansey jederzeit sterben kann. Die Gefühle, die sie für ihn entwickelt hat helfen auch nicht gerade dabei...

Zunächst muss ich erneut betonen, wie wahnsinnig gut ich Maggie Stiefvaters Schreibstil finde. Er liest sich wie ein Gedicht, wobei sie immer genau die richtigen Worte und Umschreibungen findet, damit jedes Detail in all seiner Bedeutung zum Tragen kommt.

Und trotzdem war im Vergleich zu den vorherigen Büchern etwas anders. Die Handlung kam kaum voran. Nichts was unsere geliebte Crew tat konnte Spannung aufkommen lassen und so war zumindest der erste Teil des Buches etwas langatmig. 
Doch glücklicherweise nahm die Handlung ab der Mitte Fahrt auf und die gewohnte Spannung war wieder zu erkennen, sodass ich die zweite Hälfte am Stück fertig las. 

Ähnlich verhielt es sich auch mit den Charaktern. Sie waren mir in den vorherigen Bänden so ans Herz gewachsen, doch zu Beginn des Buches wirkten sie langweilig und konnten mein Interesse nicht halten. Erst nach und nach entpuppten sie sich wieder in die Raven Boys (und Girl), die ich kannte und der all meine Sympathie galt.
Besonders gut gefielen mir ehrlich gesagt die Bösewichte, Colin Greenmantle und seine Frau Piper. Es war so herrlich authentisch und frisch mehr über sie zu erfahren und auch darüber, wie sie leben, was sie antreibt und wie sie zu dem geworden sind, was sie sind.

Etwas schade fand ich, dass der Handlungsstrang von Ronan nicht weiter aufgegriffen wurde. Im vorherigen Teil "The Dream Thieves" ist er mir richtig ans Herz gewachsen und die Idee, sich Dinge erträumen zu können hätte ich gerne auch hier etwas mehr in den Vordergrund gerückt gesehen.


Fazit:
Es verspricht weiterhin spannend zu bleiben bei den Raven Boys! Zwar schwächelt dieser Teil der Reihe meiner Meinung etwas, konnte sich aber doch wieder fangen und ich fühlte mich unterhalten und konnte mich dank dem wunderbaren Schreibstil von Maggie Stiefvater in der Handlung verlieren. 
Blue Lily, Lily Blue erhält von mir daher:

3,5/5 Sternen

Vorherige Bücher in dieser Reihe:
1. The Raven Boys 
2. The Dream Boys --> Rezension




Samstag, 24. Dezember 2016

Rezension: Flawed - Wie perfekt willst du sein? von Cecilia Ahern

Autorin: Cecilia Ahern
Erscheinungsjahr: 2015
Sprache: deutsch
Seitenzahl: 460
Verlag: FJB


Klappentext:
Willst du das perfekte Leben? Oder du selbst sein?
Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund. Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden - verurteilt als Fehlerhafte. Denn Find in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen - um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe.


Meine Meinung:
Cecilia Ahern war bisher ja eher durch Liebesschnulzen wie "PS. Ich liebe dich" und "Für immer vielleicht" bekannt. Meiner Meinung als Film ganz nett, aber als Buch? Eher nicht mein Fall.
Doch jetzt wagt die Autorin sich voran in ein neues Genre - und zwar Fantasy. Wie sich das vereinen lässt? Erstaunlich gut, wenn ihr mich fragt.

Das Buch handelt von einer alternativen Gesellschaft, in der die Gilde über jegliche Fehler der Menschen urteilt. Egal ob man lügt, betrügt, oder, wie im Fall von Celestine, Mitleid gegenüber eines Fehlerhaften zeigt; wer gegen die Regeln verstößt muss damit rechnen selbst mit dem F für Fehlerhaft gebrandmarkt zu werden und ein Leben mit Einschränkungen führen zu müssen.

Die Geschichte an sich ist, um ehrlich zu sein, nichts allzu Innovatives. Es erinnert an all die anderen dystopischen Romane, die in den letzten Jahren populär geworden sind. Daher fühlt es sich doch schnell an, als könne man einige Handlungen schon von Beginn an erahnen. Trotzdem gelingt es Ahern eine gewisse Spannung aufzubauen und den Leser zu fesseln, was nicht zu letzt mit dem wunderbar flüssigen Schreibstil  und den meist knapp gehaltenen Kapiteln zu tun hat. 

Dass die Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt wird, störte mich zunächst etwas. Doch nach nur kurzer Eingewöhnungsphase war diese Hürde genommen und die Einblicke, die man so in die Gefühlswelt unseres Hauptcharakters bekommen hat, verliehen dem Roman mehr Gefühl. 

An sich fehlte den Charakteren jedoch leider etwas mehr Tiefgang. Celestines Handlungen waren nachvollziehbar und ich hätte in den meisten Situationen wahrscheinlich genauso gehandelt wie sie. Das machte sie symphatisch und auch durchaus realistisch. Auch eine Veränderung und Entwicklung war zu erkennen, aber leider fühlte die sich nicht richtig rund an. Ich nahm ihr diese 180 Grad Wendung innerhalb weniger Tage einfach nicht komplett ab.
Da konnten mich einige der Nebencharaktere mehr überzeugen, wie etwa Celestines Mum Summer oder auch die Reporterin Pia.

Die sachte Liebesthematik, die (Gott sei dank) eher nebenbei erwähnt wurde, diente als nettes zusätzliches Motiv für Celestines Handlungen, jedoch hätte der Roman auch gut darauf verzichten können. Es tat nicht weh, aber wirklich zur Entwicklung der Geschichte beigetragen hat es eben auch nicht.

Ein riesen großer Pluspunkt bekommt dieses Buch aber tatsächlich dafür, dass es mich zum nachdenken angeregt hat. Ich hatte schon das Gefühl die etlichen Zukunftsromane hätten mich diesbezüglich komplett abgestumpft, aber dann fand ich mich morgens um halb 6 in meinem Auto, auf dem Weg zur Arbeit, darüber sinnieren, wie perfekt wir sein wollen und sollen und was überhaupt Gerechtigkeit diesbezüglich bedeutet.

Fazit:
Ich muss zugeben, als ich das erste mal von Cecilia Aherns Ausflug in die Welt der des Fantasy Genres gehört habe war ich sehr skeptisch. Doch es hat sich mal wieder gezeigt, dass wir ab und zu unsere Skepsis bei Seite räumen sollten um neues ausprobieren zu können.
Flawed ist, ironischerweiße, bestimmt nicht perfekt. Es gibt einige Mäkel, die ich ausbessern würde, aber nichtsdestotrotz flogen die Seiten nur so an mir vorbei und ich fühlte mich gut unterhalten. Zugleich forderte es jedoch auch meinen Kopf heraus, mir über einige Dinge wirklich Gedanken zu machen und es wird bestimmt auch noch etwas dauern, bis ich alle Ansätze des Romans verabreitet habe.
Für Flawed gibt es daher von mir:

4/5 Sternen



Perfect, der zweite und letzte Teil der Serie steht bereits in meinem Bücherregal und ich kann mir nicht vorstellen, dass es allzu lange dauern wird, bis ich danach greifen werde.

Wie ist eure Meinung zu dem Buch? Mochtet ihr Cecilia Ahern schon durch ihre vorherigen Bücher?

Liebe Grüße, 
Xandi

Montag, 19. Dezember 2016

Rezension: The Dream Thieves von Maggie Stiefvater

Infos:

Titel (engl): The Dream Thieves (dt.: Wer die Lilie träumt)
Autorin: Maggie Stiefvater
Erscheinungsjahr: 2013
Seitenzahl: 437 Seiten
Genre: Fantasy, YA

Meine Meinung:
Seit ich die Wölfe von Mercy Falls Reihe von Maggie Stiefvater gelesen habe bin ich ein riesen großer Fan von ihr. Ihr Schreibstil ist so wunderschön deskriptiv, sodass sich jedes Szenario in den buntesten Farben in meinem Kopf abspielt wenn ich ihre Bücher lese.

Schon der erste Teil der Raven Cycle Reihe (The Raven Boys) zog mich in den Bann und ich war hellauf begeistert.
Zu sagen der zweite Teil enttäuschte mich nicht wäre sogar noch eine Untertreibung.

Das Buch handelt von den "Raven Boys", dieses mal insbesondere um Ronan Lynch, den aufreißerischen, missmutigen Typen, der immer auf der Suche nach dem nächsten Adrenalinkick ist.
Doch er ist nicht nur mysteriös in seinem ganzen Wesen; Er hat ein Geheimnis. Seine Träume unterscheiden sich von denen normaler Menschen: Er besitzt die Fähigkeit Objekte aus seiner Traumwelt mit in die Realität zu nehmen.

Das ganze Konzept dieses Buches fasziniert mich wahnsinnig. Obwohl Träume schon so lange erforscht werden scheint es, als gäbe es immer noch keine richtige Erklärung für sie und so geben Sie einen wunderbaren Startpunkt zum fantasieren. Stiefvater integriert diese Ungewissheit über die Traumwelt meisterhaft in diese Geschichte und regt zum nachdenken an. Daher wird mir das Buch höchstwahrscheinlich noch lange im Kopf bleiben.
Auch die Thematisierung von Spiritualität und damit verbundenen Ritualen finde ich sehr interessant, da ich in dieser Form noch nie davon gelesen habe.

Wie schon erwähnt ist Maggie Stiefvaters Schreibstil einer der Gründe warum ich ihre Bücher so liebe. Auch hier weiß sie diese schriftstellerische Gabe einzusetzen. Für mich findet sie genau die Richtige Balance zwischen dem beschreibenden Erzählen und dem gekonnten Auslassen. So wird der Leser in eine bestimmte Richtung geführt, die die Atmosphäre und den Charakter bestimmt, jedoch bleibt noch genug Freiraum für die eigene Fantasie.

Auch das gewählte Tempo der Autorin empfand ich als sehr angenehm. Auf aufregende Passagen folgten ruhigere Einsichten zum Beispiel in die Gefühlswelt einzelner Charakter, wodurch das Buch sich sehr flüssig lesen lässt.

Das absolute Highlight für mich ist jedoch die Charakterdarstellung. Jede Person, die Stiefvater vorstellt, ist vielfältig und gut durchdacht. Durch die Dialoge erwachen die Charakter zum Leben und wirken beinahe greifbar. Jeder ihrer Schritte und Handlungen ist durch die Charakterisierung nachzuvollziehen und bringt Dynamik in die Geschichte.

Fazit:
Mit The Dream Thieves übertrifft Stiefvater meine Erwartung an die The Raven Cycle Serie sogar noch. Außergewöhnlich, Spannend und mit greifbar scheinenden Charakteren besetzt.
Deshalb bekommt der zweite Teil der Serie von mir:

5/5 Sternen

Liebe Grüße,
Xandi

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Rezension: Crooked Kingdom von Leigh Bardugo

Autorin: Leigh Bardugo
Erscheinungsjahr: 2016
Sprache: Englisch
Seitenzahl: 536
Verlag: Henry Holt and Company

Klappentext:

Kaz Brekker and his crew have just pulled off a heist so daring even they didn't think they'd survive. But instead of divvying up a fat reward, they're right back to fighting for their lives. Double-crossed and badly weakened, the crew is low on resources, allies and hopes. As powerful forces from around the world descend on Ketterdam to root out the secrets of the dangerous drug known as jurda parem, old rivals and new enemies emerge to challenge Kaz's cunning and test the team's fragile loyalties. A war will be waged on the city's dark and twisting streets - a battle for revenge and redemption that will decide the fate of the Grisha world.


ACHTUNG!: Diese Rezension enthält Spoiler für Six of Crows. Wer es noch nicht gelesen hat, am besten schleunigst nachholen;)

Meine Meinung:
Jeder, der meine Rezension zum ersten Teil dieser Duologie gelesen hat, wird sicher wissen, dass ich hin und weg war.
Ich will mich noch nicht festlegen, aber es könnte sein, dass Six of Crows mein absolutes Lieblingsbuch des Jahres 2016 wird und ich kann euch jetzt schon sagen: Auch die Fortsetzung konnte mich von sich überzeugen.

Die Story von Crooked Kingdom fängt genau dort an, wo Six of Crows endete. Die Crew ist zurück von ihrer größten und waghalsigsten Mission. Aber statt die versprochenen Belohnung zu bekommen wird ein geliebtes Mitglied der Gruppe um Kaz Brekker entführt. Nun heißt es Inej aus den Klauen der Bösewichte zu befreien und, noch viel wichtiger, Rache zu nehmen.

Gleich zu Beginn fiel mir erneut der wunderbar passende Schreibstil Bardugos auf. Sie versteht sich wirklich darauf mit ihren Worten eine Atmosphäre zu erschaffen, in die der Leser hineingezogen wird. Sobald ich das Buch öffnete befand ich mich nicht mehr in meinem Bett, sondern in einem Casino in Ketterdam, auf einem Schiff Richtung Novyi Zem oder in der Eiseskälte in Fjerda.
Gleichzeitig erschafft sie durch ihre Ausdrucksweise auch jeder Figur eine eigene Stimme, wodurch das ganze Geschehen noch lebendiger wirkt.

Im Vergleich zu Six of Crows hatte ich das Gefühl, der Fokus verlagerte sich leicht weg von der Darstellung der Charakter, hin zum eigentlichen Geschehen des Buches. War im ersten Teil schon ein hohes Maß an Spannung vorhanden, steigerte es sich mit Crooked Kingdom noch weiter und wuchs über sich hinaus. Ich habe kaum ein Buch gelesen, dass mich so unter Strom gesetzt hat wie dieses. Dabei bewundere ich den Einfallsreichtum, den Bardugo zeigt. Wie man solche Pläne schmieden kann, wenn auch in einer fiktionalen Welt, liegt weit über meiner Vorstellungskraft.

Nichtsdestotrotz vernachlässigte die Autorin die Entfaltung der Charakter überhaupt nicht. Sie sind immer noch das tragende Gerüst, ohne die die Story nicht die Gleiche wäre. Wir bekommen weitere Einblicke in die Gedanken der sechs Mitglieder; Wie sie an den Punkt gelangt sind, an dem sie jetzt sind, aber auch was sie sich für die Zukunft wünschen und erhoffen. Dabei ist jede Charakterisierung so ausformuliert, dass man gar nicht anders kann als in die Lebensgeschichte von Kaz, Inej und Co. hinein gezogen zu werden.


Fazit:
Es ist oftmals schwer nach einem so heiß geliebten Buch wie Six of Crows einen weiteren Leserfavorit hervor zu bringen. Doch so wie Bardugo ihre Duologie beginnt, so endet sie auch: Mit viel Action, etwas Brutalität, starken Charaktern und vor allem Herz und Humor.

Daher bekommt Crooked Kingdom von Leigh Bardugo von mir

5/5 Sternen

Eure Xandi:)

Mittwoch, 23. November 2016

Rezension: Der Winterkaiser von Katherine Addison


Autorin: Katherine Addison
Erscheinungsjahr: 2015
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 544
Verlag: S. Fischer Verlag

Klappentext:


Magie und Intrigen am Hof des Elfenkaisers...

Als Maia überraschend zum Elfenkaiser gekrönt wird, eröffnet sich ihm eine bislang unbekannte Welt: eine Welt der Intrigen, Machtspiele und Mordkomplotte. Ohne Freund und Vertraute muss sich der junge und unerfahrene Kaiser in einer streng ritualisierten Umgebung behaupten, in der ein falsches Wort den Tod bedeuten kann und jeder Fehler grausam bestraft wird...

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dieses Buch war ein kompletter Cover/Klappentext Kauf. Als ich es auf der Frankfurter Buchmesse das erste mal in der Hand hielt hatte ich noch nie davon gehört. Jedoch klingt "eine Welt voll Intrigen, Machtspiele und Mordkomplotte" und "Magie und Intrigen am Hof des Elfenkaisers" genau nach meiner Art von Buch und es hat immerhin einen Award gewonnen, also konnte es ja nicht schlecht sein oder?

Leider konnte es dann aber doch nicht ganz so überzeugen, wie ich mir erhofft hatte.

Das erste Problem das ich hatte: Ich konnte diesen unbeholfenen Maia einfach nicht mögen. So liebenswert und nett er dem ein oder anderen wohl erschienen sein mag, ich wurde irgendwie nicht so ganz warm mit ihm. Seine Situation ist wohl mehr als verständlich. Verachtet und ausgewiesen von seinem Vater, dem Elfenkaiser, verbrachte der halb Elf, halb Kobold seine Kindheit mit seinem schrecklichen Cousin in sumpfigen Länder, fern ab des kaiserlichen Lebens. Als er nun unerwartet den Thron besteigen muss hat er keine Ahnung was die Leute eigentlich von ihm wollen. In so fern ist sein Verhalten mehr als verständlich und die Umsetzung auch recht gelungen.
Doch auch nach etwa der Hälfte des Buches hat sich an seinen Fähigkeiten meiner Ansicht nach nichts verändert. Er ist genau so unsicher und sozial tollpatschig wie zu Beginn.

Leider konnte auch die Storyline diesen flachen Charakter nicht komplett aufwerten. Zumindest die erste Hälfte des Buches hatte ich das Gefühl es passiere nichts wichtiges, was aber vielleicht auch daran lag, dass ich einfach etwas ganz anderes erwartet hatte. Glücklicherweise kam ab dann etwas mehr Spannung auf und es gab einige Momente, die das ein oder andere Lächeln auf mein Gesicht zauberten und eine Art Spannungskurve entwickelten. Dadurch rückten mir auch die Figuren etwas näher ans Herz. Mit einem etwas detaillierteren Schreibstil hätte dieser Effekt vielleicht noch verstärkt werden können.

Ein Aspekt gefiel mit dennoch ganz besonders und zwar die politischen Hintergründe, die Addison beschreibt. Sie werteten den Verlauf des Romans auf, brachten Spannung und zeigten, in meinen Augen, das können der Autorin auch komplexere Handlungen dem Leser verständlich zu machen.

Fazit:
Trotzdass ich meine Probleme mit diesem Buch hatte, kam ich schnell durch die Seiten und hatte auch nicht das Gefühl der Langeweile. Es haute mich also nicht aus den Socken, war aber auch nicht partou schlecht. Deshalb bekommt Der Winterkaiser von Katherine Addison von mir:

3/5 Sterne
Eure Xandi:)




Sonntag, 13. November 2016

Rezension: Six of Crows von Leigh Bardugo

Titel(engl.): Six of Crows
Autorin: Leigh Bardugo
Erscheinungsjahr: 2013
Sprache: Englisch
Seitenzahl: 462
Verlag: Henry Holt and Company


Meine Meinung:
Manchmal machen einen Bücher einfach nur sprachlos und man steht mit offenem Mund da und denkt nur noch "Wow".
Bei diesem spannenden Roman von Bardugo ist genau dies der Fall. Der ernorme Hype er sich um den Auftakt dieser Duologie handelte war meiner Meinung nach mehr als gerechtfertigt.

Das Buch handelt von sechs Hauptprotagonisten, wobei abwechselnd aus allen Sichten erzählt wird. Wir folgen dem Cast auf eine waghalsige Mission in eines der best gehütetsten Gefägnisse der Welt. Dort soll der Forscher Bo Yul-Bayur in geheimen Laboren Substanzen herstellen, die den Auftraggeber der Krähen sehr interessieren. Ruhm und Reichtum sind der Lohn für das Ausliefern dieses Forschers doch schon zu Beginn ist klar: Die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs scheint schwindend gering.

Man soll ja ein Buch nicht nach seinem Cover beurteilen, aber hier soll es doch einmal erwähnt sein: Die Aufmachung des Buches ist wunderschön! Selten habe ich ein Cover gesehen das so auf den Inhalt des Buches abgestimmt ist.
Es verbreitet diese gewisse Atmosphäre, die den Leser auch im Laufe des Buches ganz in ihren Bann zieht. Es ist düster und mysteriös, was es allerdings auch wahnsinnig aufregend und interessant macht.

Die Atmosphäre geht Hand in Hand mit den uns vorgestellten Charakteren. Bardugo lässt den Charakteren viel Raum um ihre Komplexität vollkommen zu entfalten. Sehr schnell entwickelt man eine Beziehung zu den Charakteren, will sie näher kennen lernen und ihnen beistehen, weshalb es auch schnell zu vergessen ist, dass wir es hier mit Kriminellen der übleren Sorte zu tun haben. Somit wird man hin und her gerissen zwischen für und gegen sie sein; mit ihnen leiden und sie im nächsten Moment selbst verurteilen.


Dabei gibt es kaum Momente die einen zur Ruhe kommen lassen. Selbst die Rückblenden, die erklären warum die Figuren sind, wie sie sind, sind so spannend verpackt, dass man förmlich an den Seiten klebt. Das Gefühl der Langeweile kommt hier garantiert nicht auf.


Fazit:
Dieses Buch hat alles was man für einen guten Roman braucht. Spannung, Humor und liebenswerte/interessante Charakter. Deshalb bekommt Six of Crows von Leigh Barduog von mir

5/5 Sterne